Tikal

Im Norden von Guatemala übernachtete ich in Flores, um von dort aus die Mayastadt Tikal in den Regenwäldern des Petén zu besichtigen. Um den Touristenscharen aus dem Weg zu gehen, entschied ich mich für die erste Tour, die um 4 Uhr morgens beginnt. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. In Tikal angekommen kann ich von den Tempelkuppeln aus den Sonnenaufgang und zahlreiche bunte Papageiarten beobachten, die in den ersten ruhigeren Stunden noch umherfliegen. Die Ruhe vor dem Sturm. Als dann die Menschenmassen anrollen, hört man nur noch die Brüllaffen, die mit ihrem fürchterlichen Geschrei um Aufmerksamkeit buhlen.

Beeindruckend, dass die Mayas an diesem Ort bereits ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. gelebt haben. Mitten im Urwald. Damals war die Stätte, die jetzt zum Unesco Weltkulturerbe gehört, das kulturelle Zentrum der Mayas. Nach dem Niedergang der Mayakultur hat der Urwald sich sein Terrain jedoch schnell zurückerobert. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Tikal dann wiederbelebt. Zuerst durch Expeditionen der spanischen Kolonialherren, später dann durch Forscher und Archäologen aus Europa, welche die völlig verrotteten und zugewachsenen Tempel für Forschungszwecke und Tourismus freilegten.

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