Caye Caulker

24. September 2011

Endlich die letzte Station meiner Reise: Caye Caulker in Belize. Genau der richtige Ort, um vor der Heimreise noch einmal ein paar Tage abzuschalten. Die kleine Koralleninsel mit nur 1.300 Einwohnern ist ein gemütliches Plätzchen ohne Autos oder Straßen. Als Fortbewegungsmittel dienen hier Golfmobile und Fahrräder. Alles ist auf Sand gebaut.

Bekannt ist Caye Caulker vor allem bei Taucher aufgrund der zahlreichen Korallenriffe, wie dem Blue Hole. Ich begnügte mich mit Schnorcheln und bekam vor dem Belize Barrier Reef neben tollen Korallen und bunten Fischen eine Herde Stachelrochen und einem (ungefährlichen) Hai zu sehen.

Im Jahre 1961 raste der Hurrikan Hattie am sogenannten „Split“ durch die Insel und teilte sie in zwei Hälften. Ob die beiden Inselhälften wohl jemals wieder zusammenwachsen werden?

Tikal

22. September 2011

Im Norden von Guatemala übernachtete ich in Flores, um von dort aus die Mayastadt Tikal in den Regenwäldern des Petén zu besichtigen. Um den Touristenscharen aus dem Weg zu gehen, entschied ich mich für die erste Tour, die um 4 Uhr morgens beginnt. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. In Tikal angekommen kann ich von den Tempelkuppeln aus den Sonnenaufgang und zahlreiche bunte Papageiarten beobachten, die in den ersten ruhigeren Stunden noch umherfliegen. Die Ruhe vor dem Sturm. Als dann die Menschenmassen anrollen, hört man nur noch die Brüllaffen, die mit ihrem fürchterlichen Geschrei um Aufmerksamkeit buhlen.

Beeindruckend, dass die Mayas an diesem Ort bereits ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. gelebt haben. Mitten im Urwald. Damals war die Stätte, die jetzt zum Unesco Weltkulturerbe gehört, das kulturelle Zentrum der Mayas. Nach dem Niedergang der Mayakultur hat der Urwald sich sein Terrain jedoch schnell zurückerobert. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Tikal dann wiederbelebt. Zuerst durch Expeditionen der spanischen Kolonialherren, später dann durch Forscher und Archäologen aus Europa, welche die völlig verrotteten und zugewachsenen Tempel für Forschungszwecke und Tourismus freilegten.

Semuc Champey

5. Juli 2011

Kurz darauf starte ich eine endlose Fahrt in einem holprigen Shuttle, um von Antigua in das bergige und dichtbewaldete Hinterland von Guatemala zu kommen. Hier erwartet mich das Naturreservat Semuc Champey, welches Tief im Herzen Guatemalas liegt. Mit Tom, einem Newsdirector a.D. aus Toronto, den ich während der Fahrt näher kennenlerne, plansche ich in den türkisgrünen Wasserbecken, die der Rio Cahabón dort aufwirft. Die anschließende halbstündige Wanderung zum hochgelegenen Aussichtspunkt ist zwar schweißtreibend, belohnt mich aber mit einem fantastischen Blick über diese natürliche Poollandschaft, welche von den steilen Wänden einer Schlucht eingerahmt wird.

Semuc Champey liegt so abgeschieden in der Wildnis, dass die Menschen hier weder Netzempfang für Mobiltelefone noch permanente Elektrizität haben. Strom und Licht gibt es für uns Touristen zwar dank eines Generators, jedoch wird dieser nur von 18 bis 22 Uhr angeschaltet. Nach 22 Uhr ist es deshalb stockdunkel und es herrscht Nachtruhe – möchte man zumindest denken – aber der Dschungel (oder besser gesagt seine Bewohner) legen jetzt erst richtig los. Überall grunzt, zirpt, raschelt, summt und flattert es in der Dunkelheit und das mit einer unglaublichen Lautstärke.

Am nächsten Tag unternehme ich eine unterirdische Tour durch das benachbarte Höhlensystem. Unser Führer hat zwar aus Sicherheitsgründen eine Taschenlampe dabei, jedoch wird diese nicht eingesetzt. In Badeshorts und bewaffnet mit einer brennenden Kerze bahnen wir uns den Weg durch die unheimliche Dunkelheit der kalten Grotten. Diese sind teilweise so stark mit Wasser gefüllt, dass wir schwimmen müssen. Da wir die Kerze beim Schwimmen mit einer Hand vor dem Löschen schützen müssen, bleibt zum Paddeln nur eine Hand übrig. Der Führer erzählt uns, dass er zusammen mit seinem Chef einmal versucht hat, das Ende des Höhlensystems zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Die beiden mussten aufgrund von Proviantmangel nach drei Tagen wieder umkehren.

Guatemala City und Antigua

19. Juni 2011

Über die „Blumenstraße“ (Ruta de las Flores) verließ ich El Salvador und besuchte Guatemalas heutige Hauptstadt Guatemala City und anschließend die ehemalige namens Antigua. Wegen der Semana Santa, der „Heiligen Woche“, wurden überall im Land gerade Prozessionszüge aufgeführt. Millionen Gläubige und Touristen strömen während dieser Zeit besonders gerne nach Antigua, um dort die schönsten und aufwendigsten Züge in ganz Mittelamerika zu sehen.

Antigua selbst ist eine vorzeigefähige koloniale Altstadt, die eine Vielzahl an bemerkenswerten Häusern und Kirchen zu bieten hat. Aufgrund der häufigen Vulkanausbrüche und Erdbeben sind teilweise nur noch verwüstete Ruinen übrig. Sightseeing und Photoshooting hieß hier für mich mit einem Pärchen aus Toronto durch kopfsteingepflasterte Straßen zu schlendern und den Flair der Stadt zu spüren. Umzingelt von Vulkanen geben die Bauwerke und Ruinen ein tolles Bild ab. Was mich störte sind das Gemenge, die zahllosen Tinnef-Verkaufsbuden und die Fastfood-Ketten, die einfach nicht in diese Stadt passen. Dabei hatte ich noch Glück, denn ich war kurz bevor die meisten Pilger und Touristen angekommen sind vor Ort. Obwohl (oder vielleicht besser weil) Antigua so ein Touristenmagnet ist, war ich zwar froh es gesehen zu haben, aber genauso froh es wieder verlassen zu können.

El Salvador

10. Mai 2011

Nach ein paar Tagen fuhr ich von León weiter in den Nordwesten von Nicaragua um über Honduras nach El Salvador zu gelangen. Eine Strecke, die dank der zwei Grenzübergänge auf der besonders stark befahrenen Panamericana für ihre Hitze und die langen Wartezeiten berüchtigt ist. Um 11 Uhr morgens begann die Fahrt, am ersten Grenzübergang hieß es nur eine Stunde warten. Am zweiten dafür vier. Bei 45° lief jedem im Bus sprichwörtlich der Schweiß in Strömen herunter. Ich war heilfroh um 2 Uhr nachts endlich in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador angekommen zu sein.

San Salvador gehört neben Guatemala City zu den einzigen zwei Metropolen in Mittelamerika. Die Stadt liegt am Fuß des Vulkans Boquerón und ist – obwohl sehr grün – von Abgasen verpestet. Das Land war lange Zeit im Bürgerkrieg und das spürt man noch heute. Bewaffnete Polizisten, private Garden und Sicherheitsmänner gehören hier zum Alltag und stehen an fast jeder Straßenecke. Als Tourist soll man keine Busse benutzen. Aus guten Grund: San Salvador ist eine der Städte mit den höchsten Mordraten auf der Welt.

Von San Salvador geht es endlich wieder an die Pazifikküste nach Playa el Tunco, einem kleinen Surfernest in der Nähe des Hafenortes La Libertad. Hier herrschen perfekte Bedingungen zum Surfen: 28° Wassertemperatur und eine einfach zu erreichende, nicht zu hohe oder zu schnelle Welle. Ein guter Grund etwas länger zu bleiben.

Mittlerweile hatte ich schon die Hälfte meines Weges von Costa Rica nach Belize zurückgelegt. Die Zeit vergeht schnell!


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León

14. April 2011

Jedermann in León würde stolz behaupten, dass die Stadt ganz und gar anders ist als der Erzrivale Granada. Das kann der Unkundige gerne mit einem Stirnrunzeln abtun, denn auf den ersten Blick ist kaum ein Unterschied auszumachen. Denn León ist – genau wie Granada -  eine Kolonialstadt, war zeitweise Hauptstadt von Nicaragua, und hat ihren Zenit längst überschritten.

Bemerkenswert im Vergleich zu Granada fand ich die vielen Kirchen, die überall in der Stadt zu finden sind. Zu diesen gehört auch die Kathedrale von León, die als die größte und älteste Kirche Mittelamerikas gilt und leider in keinem guten Zustand ist. Von deren Dach (oder wie auch immer man das bei so einer Kirche nennt) hat man einen fantastischen Ausblick über León und die umliegenden Vulkane.

Was León neben seinen Kirchen noch besonders macht, ist seine Geschichte. Als intellektueller Mittelpunkt Nicarguas und Zentrum der Revolutionskämpfe hat diese Stadt über Jahrzehnte hinweg für ein unabhängiges und demokratisches Nicaragua gekämpft – und schließlich gewonnen.

Ein Höhepunkt dieser Zeit ist gewiss die Ermordung des einstigen Diktators Anastasio Somoza García durch den aus León stammenden Dichter López Pérez. Ein Attentat, das beide mit ihrem Leben bezahlten und den einen zum Nationalhelden machte.

Nicaragua hat für diese stürmischen Zeiten einen hohen Preis gezahlt. Neben den tausenden Menschen die während dieser Zeit verfolgt und ermordet wurden, haben die politischen Unruhen Nicaragua zum ärmsten und schlechtentwickelsten Land in ganz Zentralamerika gemacht. Dies ist zu großen Teilen auch dem jahrelangen Eingreifen der USA zu verdanken, die die jeweiligen politischen Führer wie Marionetten gegeneinander ausgespielt und für ihre eigenen Interessen eingesetzt haben.

Managua

12. April 2011

Managua, die Hauptstadt von Nicaragua, hat auf mich den sprichwörtlichen Eindruck einer Stadt ohne Herz gemacht. Sie ist im Prinzip nichts anderes als eine typisch US-amerikanische Stadt. Plazas, Malls, Diners, Drive-Ins, Parkplätze vor jedem Geschäft, riesige Gehsteige, breite Straßen und weite Wege die mit SUVs zurückgelegt werden, prägen das Stadtbild. Ein krasser Gegensatz zum Kolonialstil von Granada!

Das alte Stadtzentrum wurde, nachdem es mehrfach von Erdbeben zerstört wurde, nicht wieder aufgebaut und man kann sich nur noch die Ruinen angucken. Klingt vielleicht spannend – ist es aber nicht. Das war es auch schon mehr oder weniger mit den „Sehenswürdigkeiten“.

Vulkan Mombacho

11. April 2011

Von unserem extrem gemütlichen Hostel mitten in der Innenstadt machten wir Tagesausflüge zur Apoyo-Lagune (was nicht so toll war) und zum Mombacho-Vulkan. Von diesem hat man eine herrliche Aussicht auf Granada und die vorgelagerten unzähligen kleinen Inselchen, die im Lago di Nicaragua einst durch den Vulkan geschaffen wurden.

Auf dem Vulkan konnten wir zudem durch den dichten, heißen und unglaublich feuchten „Cloud forest“ am wolkenverhangenen Kraterrand wandern. Dabei sahen wir eine übergrüne Pracht an Bäumen, Moosen und sonstigen Gewächsen sowie eine Schlucht, die während eines Ausbruchs durch Lava in den Fels gefräst wurde.

La gran Sultana

11. April 2011

In der ehemaligen Kolonialstadt Granada, welche am Fuße des 1.344 Meter hohen Mombacho-Vulkans liegt, machten wir unsere nächste Station. Granada, auch die fette Rosine „La gran Sultana“ genannt, war dank ihres Hafens einst eine der bedeutendsten Städte in Mittelamerika und zeitweise auch  Hauptstadt von Nicaragua. Als Heimat des konservativen Bürgertums stellt sie das Pendant zum liberalen, revolutionären León dar. Die hieraus resultierende Feindschaft der beiden Städte nahm zeitweise sogar bürgerkriegsähnliche Zustände an. Mittlerweile ist Nicaragua aber wieder geeint und Managua hat die Rolle der Hauptstadt übernommen, die einst León und Granada für sich beanspruchten.

Leider blättert fast überall der einstige Glanz von den Gebäuden aus der Kolonialzeit ab, welche teilweise in einem katastrophalen Zustand sind. Wahrscheinlich mangelt es für die Instandhaltung am Geld, sodass die Gebäude schutzlos dem nagenden Zahn der Zeit ausgesetzt sind.

Die Doppel-Vulkaninsel Ometepe

8. April 2011

Von San Juan del Sur ging es mit einer kleinen Fähre zur Isla Ometepe, die einst durch die beiden immer noch aktiven Vulkane Concepción and Maderas geformt wurde.

Auf der Insel angekommen, beschlossen wir diese mit dem Roller zu erkunden. Die beiden Vulkane waren während unserer Tour durch einsame Straßen und kleine Dörfchen ständig zu sehen und lieferten ein grandioses Panaroma. Unterwegs machten wir jeweils Station an verschiedenen Sehenswürdigkeiten, unter denen das Ojo del Agua (zu deutsch „Wasserauge“) in welchem ich ein erfrischendes Bad nahm, besonders herausstach.

Eigentlich hatte ich noch vor einen der beiden Vulkane zu besteigen, jedoch hinderten mich dichte Wolken daran, überhaupt erst einen Aufstieg zu versuchen.


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